„Biobauern“ importierten Wagyu – Rinder – Marketing Gag oder sinnvolle Bereicherung?

Das Kobe-Rind (jap. 神戸牛) Seine Rasse zählt zu den japanischen Rindern (和牛 Wa-gyū) und wird auf Japanisch Tajima-Ushi (japanisches Schwarzvieh; 但馬牛, wörtlich Tajima-Rind) genannt.

 

Japankenner wissen sofort, dass diese Rinderrasse nicht älter sein kann als ein Jahrhundert. Noch bis vor nicht allzu langer Zeit aß man in Japan überhaupt kein Fleisch. Bis weit ins 19. Jahrhundert zurück, hielt man die japanischen Rinder ausschließlich als Arbeitstiere auf dem Land, im Bergbau und im Transportwesen. Bis zu diesem Zeitpunkt züchtete man die Tiere wegen ihrer enormen Kraft und ihrer Zähigkeit.

Die japanische Art und Weise der Tierhaltung ist einzigartig und in Europa gar nicht nachzuahmen bzw. verboten. Die Tiere werden mit einem besonderen Kraftfutter auf Basis von Getreide, Rüben und Kartoffeln in ständiger Anbindehaltung oder meist sogar in Pferchhaltung gemästet. Der Bewegungsentzug und die völlige Dunkelheit in den Ställen fördern zusätzlich den Ansatz von Fett sowohl in der Abdeckung als auch intramuskulär (Marmorierung) Außerdem werden die Tiere täglich von ihrem Halter individuell ein bis zwei Stunden gründlich massiert. Dabei werden die Tiere mit einer besonderen alkoholischen Mixtur (japanischer Reiswein) eingesprüht. Richtiges gemästetes Kobe-Beef ist extrem fett und wird von den Japanern in dünne Scheiben geschnitten als Sukiyaki genossen.

 

Diese extrem aufwändige Betreuung der Tiere führt dazu, dass Landwirte in Japan nur fünf bis sechs Tiere in Ihrem Besitz haben. Der Verkauf eines Tieres pro Jahr reicht angeblich aus, um den Besitzer und seine Familie zu ernähren; Dies dürfte unter österreichischen Verhältnissen nicht ganz zutreffen. Die kolportierten hohen Preise für das Fleisch der Kobe –Rinder bezieht sich bei uns nur auf die Edelteile sprich Steak und Roastbeef etc. und die sind bei einer so kleinrahmigen Rasse wie den Wagyu Rindern nicht sehr ausgiebig.
Neben der sehr aufwändigen Zucht bestimmen auch die restriktiven Qualitätsmerkmale für echtes Kobe-Rind den Preis. Jährlich sollen nur etwa 4.000 Rinder diese hohen Qualitätsmerkmale erfüllen und als echtes Kobe-Beef verkauft werden dürfen.
Kobe-Rind wird in der Regel nicht aus Japan exportiert. In Amerika, Australien und Europa angebotenes ‚Kobe-Beef‘, ‚Wagyu-Beef‘ oder ähnliches ist oft kein echtes Kobe-Fleisch, sondern stammt aus Nachzüchtungen, die überdies oft mit westlichen Rassen wie Angus gekreuzt wurden.

 

Ein steirischer und ein niederösterreichischer Bio-Bauer haben jetzt per Embryotransfer solche angeblichen Koberinder aus Kanada um 60.000€ importiert. Scheinbar erwartet man sich mit dem Import dieser japanischen ´´Intensivrasse„ in Zukunft viel Geld durch Zuchtierverkäufe, sollten sich unter den österreichischen Landwirten weitere Hobbymasseure finden die Ihr Bier mit dem schwarzen Kleinvieh teilen wollen.

Das Kobe-Rind

Schwarzvieh

 

Das Kobe-Rind

typisch fettes Kobe – Beef

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