Hans Linser – Das Urgestein der Österreichischen Hochlandrinderzucht ist nicht mehr!

Mit großem Bedauern gibt die ARGE bekannt, dass einer DER Pioniere der österreichischen Hochlandrinderzucht nicht mehr unter uns weilt. Mit großer Tapferkeit ertrug Hans Linser in den letzten Monaten sein schweres Leiden und schloß am 09.09.2009 für immer seine Augen.
  Mit großer Anteilnahme wird Hans Linser am 11. September 2009 um 14:00 Uhr in der Pfarrkirche in Imst/Tirol zu Grabe getragen. Den Angehörigen spricht der Vorstand der ARGE Österreich ihr herzlichstes Beileid aus. Nicht nur die Familie Linser, allen voran seine Frau Christl, verliert einen liebevollen Ehemann, Vater und Großvater, sondern auch für seine österreichischen Hochlandrinderzüchterfreunde bedeutet dies einen schweren Schlag.   Die Züchterfreunde aus Deutschland, Italien und Österreich geleiten unseren Hans zum letzten Marsch am 11. September.
Nachruf:
  Einer der renommiertesten Hochlandrinderzüchter Tirols und „Urgestein“ der österreichischen Hochlandrinderzucht war Hans Linser aus Imst. Am Fuß des Hahntennjoch besteht bereits seit 1987 die Hochlandrinderzucht, die er gemeinsam mit seiner Frau Christl betreibt.   Angefangen hat alles, als Hans Linser gemeinsam mit seiner Frau den Bauernhof seines Bruders übernahm.   Die Idee von Christl, dass man Tiere brauche, die „keinen Stall benötigen“ und die Meinung des Hans „des gibt´s nit!“ waren Grundstein einer der heute fähigsten und qualitativ besten Hochlandrinderzüchtungen. Vier Kalbinnen wurden angeschafft und bereits ein Jahr später kam der erste Zuchtstier dazu. Die Tiere kamen über Vorarlberg direkt aus Schottland nach Tirol. Seitdem züchten Hans und Christl Linser zahlreiche Tiere, welche im Bereich der Teilwiesen anzutreffen sind. Im Sommer befindet sich ein Teil der Tiere auf „Sommerfrische“ auf der Hanauerhütte, beziehungsweise der sogenannten Imster Kälberalm, gemeinsam mit einem Zuchtbullen. Insgesamt ca. 14 Hektar Pacht- und Eigenweiden werden von Hans Linser auch heute noch selber bewirtschaftet. Hans Linser war der vierte Züchter in ganz Österreich, der damals die „Exoten“ ins Land brachte. Damals noch von vielen belächelt und von manch anderem Bauern mit einem Kopfschütteln bedacht. Doch der Erfolg gab ihm recht. Als Mitglied der ARGE Hochlandrinderzüchter Österreichs verkaufte Linser Zuchttiere nach Italien, hauptsächlich der Schweiz, natürlich Österreich und auch nach Deutschland. Mit seinen Tieren wurde Hans Linser 1998 in Amstetten Doppelsieger bei der Bundesausstellung und vor zwei Jahren in Stadl Paura Reservesieger aller österreichischen Fleischtierrinderzüchter. Hans Linser gab sich mit den Tieren täglich ab. Ein Pfiff genügte und die Tiere kamen zu Scharen aus allen Richtungen der Weiden.  
Alimente für die Kühe:
  Einer seiner zahlreichen lustigen Episoden zufolge soll es sich zugetragen haben, dass sich ein Stier von Hans und Christl Linser im Angerle Tal auf der Sommerweide befunden hat. Eines Tages durchbrach er den Zaun der Weide und marschierte in Richtung Boden im Lechtal. Angeblich wollte er dort die Bodener Kühe besuchen und beglücken. Da die Männer der Bodener alle bei der Arbeit waren, versuchten die Frauen der kleinen Ortschaft Boden aufgeregt mit allerlei Gerät den mitten in der Ortschaft Boden stehenden „Gotthard“ wieder zu verscheuchen. Dieser hatte aber „Lunte“ gerochen und der Versuch schlug fehl, zudem „Gotthart“ noch von fünfzig bis sechzig Kühen „fremdartiger Rasse“ mitten im Ort umringt war. Ein Paradies für „Gotthart“. Er ließ sich nicht beirren und ging seiner Lieblingsbeschäftigung, für die er ja auch gedacht war, nach. Einige Zeit später wunderten sich die Bauern, dass einige neugeborene Kälber lange Fellzotteln hatten und Hans Linser wurde zu Alimentszahlungen verdonnert.  
Hochwertige Zucht
  Die Schottische Hochlandrinderherde vom „Lämpeler“ gehören nach wie vor zu den hochwertigsten Zuchtherden Österreichs und zum Teil auch international. Die Preise alleine der letzten Jahre sprechen Bände dafür: 1998 Doppelbundeschampion bei der Bundesausstellung in Amstetten mit“Tertia“ und „Tilly“ 2000 Reservesieger aller österreichischer Fleischrinderzüchter in Stadl Paura  
1. Hochlandrinderchampionat 5. Oktober 2002 in Söll:
  • ARGE-Bundesreservechampion 2002 in der Kategorie Kühe: Christel und Hans Linser Imst (T) mit „Tilly“
  • Auszeichnung der Gemeinde Söll: Bester Züchter der Schau: Christel und Hans Linser Imst (T)
  • Sieger der Gruppe Kalbinnen: Christel und Hans Linser Imst (T) mit Camilla
 
2. Imster Bioherbst September 2005
  • Landeschampiontitel Tirol mit „King John von Hackenstätt“ Kategorie Stiere: Christel und Hans Linser Imst (T)
Bundesschau 22. u. 23. Oktober 2005 in Rotzholz:
  • Bundeschampion 2005 mit „King John von Hackenstätt“ Kategorie Stiere: Christel und Hans Linser Imst (T)
 
3. Imster Bioherbst 2007
  • Landeschampiontitel Tirol mit Stier Calvatos und Kalbin Gretl für die Züchtergemeinschaft Müller Lorenz/Linser Hans
  Mit Hans Linser verliert die Züchterszene einen Meilenstein in der österreichischen Hochlandrindergeschichte. Hans wir werden dich nie vergessen.   Dein österreichischen Züchterfreunde   Parte >>
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