Die agrarischen Aufreger dieses Sommers

In diesem kurzen aber heißen Sommer gab es in Österreich mehrere agrarische Aufreger. Die Medien waren und sind voll davon. Es sind dies Themen die, mindestens zum Teil, jeden österreichischen Land- und Forstwirt betreffen. Also setzt sich auch die ARGE-Hochlandrind damit kritisch auseinander.  

Zunächst wurde das Buch des amerikanischen Erfolgsautors, Jonathan Safran Foer, „Tiere essen“ von Sensationsjournalisten überwiegend falsch interpretiert und anschließend von zornigen Agrarpolitikern in der Luft zerrissen. Dabei ist dem medialen Anti-Fleischsturm leicht zu begegnen. Zum ersten erlaubt die Bibel dem Menschen den Verzehr von Tieren. Bei 1. Mose 1 / 28 heißt es „ . . . und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht“. Zum zweiten ist der Fleischkonsum uraltes menschliches Gewohnheitsreicht. Die Menschen der Urzeit, vom Neandertaler bis zum Homo sapiens, waren Jäger und Sammler. Die Jäger, vorzugsweise Männer, versorgten sich und ihre Sippe mit Fleisch. Die Sammler, überwiegend Frauen, trugen mit Früchten, Kräutern und Samen (Körnern) zur vielseitigen Ernährung bei. Vegetarier gab es sicher auch unter den Urmenschen, sie dürften aber – so wie heute – eine Minderheit dargestellt haben. HIGHLANDBEEF® wird daher auch weiterhin begeisterte Abnehmer finden.  

Kaum hatte sich die agrarische Öffentlichkeit etwas beruhigt, kam schon der nächste Schock. Der bekannte „Schwarzbuchschreiber“ Hans Weiss zündete mit seinem Werk „Schwarzbuch Landwirtschaft. Die Machenschaften der Agrarpolitik“, eine mittlere Wasserstoffbombe. Der Autor kritisiert die viel zu hohen „Subventionen“ für die Landwirtschaft, den diesbezüglichen Empfängerkreis, die bedenkliche Selbstherrlichkeit von Politikern und deren (angeblich) ungesetzlichen Aktionen. In vielen der aufgezeigten Punkte hat der Autor übrigens Recht. Alles stimmt allerdings nicht oder nicht in der dargestellten, stark überzeichneten und tendenziösen Form. Teilweise hört man aus dem Text die Programme politischen Gruppierungen heraus. Der Kommentar eines Ex-EU-Kommissars wurde von den Medien angeblich missverstanden oder falsch wiedergegeben, so dass aus dem Erstärgernis ein Zweitärgernis entstand. Der Ex-Kommissar stellte richtig: Er wolle keineswegs alle Nebenerwerbsbauern vom Bezug öffentlicher Gelder ausschließen. Gut so!  

Was mit unseren Ausgleichszahlungen und Prämien, fälschlich „Förderungen“ oder „Subventionen“ genannt, ab 2014 wirklich geschieht, wissen (vielleicht) die Götter. Wahrscheinlich aber auch diese nicht, da sie ja im Olymp und nicht in Brüssel wohnen.  

Damit aber noch nicht genug. In einer, „Agrarbürokratie“ genannten, Studie zeigt der Agrarpublizist, Agrarmanager i. R. und Praktiker Wolfgang Müller auf, wie weit die Verbürokratisierung und Überregulierung der Land- und Forstwirtschaft, durch eine erdrückende Flut von Gesetzen und Verordnungen, bereits fortgeschritten ist und weiter fortschreitet. Penibel listet der Autor die überwiegend gesetzlich vorgegebenen, auf mehreren Ebenen überlappenden, Aufgaben von Bund, Ländern, Kammern und Vereinen auf. Bei der Durchleuchtung deren üppigen, personellen Ausstattung kommt er zu dem erschreckenden Ergebnis, dass auf jeden österreichischen Agrarbürokraten bestenfalls noch 22 Betriebe kommen. Das alles kostet unser Geld! Schließlich wirft er die Frage auf, wie viele Agrarbürokraten, in drei oder vier Jahrzehnten, den letzten österreichischen Bauern administrieren werden. Fazit: Eine zweite Bauernbefreiung ist überfällig.  

Weniger aufregend finden Agrarpolitiker- und bürokraten offensichtlich die drohende Gefahr der Gentechnik. Der Agrarjournalist Klaus Faißner behandelt dieses Thema in seinem neuesten Werk „Wirbelsturm und Flächenbrand. Das Ende der Gentechnik“ ausführlich. Er legt unter anderem dar, dass das vielgerühmte „Selbstbestimmungsrecht“ der EU-Mitglied-staaten, hinsichtlich der Zulassung von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen, nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben steht. Pollen und Insekten kennen nämlich keine Staatsgrenzen. Den Verantwortungsträgern empfiehlt er, ihren „gesunden Hausverstand“ einzusetzen und sich von der „Expertenhörigkeit“ zu befreien. Da sogar manche Agrarpolitiker- und bürokraten der Gentechnik nicht ganz unfreundlich gegenüber stehen, ruft Klaus Faißner zum Entschlossenen Widerstand gegen den Gentechnik-Wahnsinn auf.

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