Doppellender beim Hochlandrind? – Meet the super cow!

Die Rasse Weißblaue Belgier zeigt uns was strenge Selektion und ein Gendefekt in der Zucht alles anrichten kann. Die geformte, schwerbemuskelte Erscheinung dieser Tiere wird als „Doppellender“ bezeichnet, ein Merkmal, über das auch das Piemonteser Rind verfügt. In den meisten Fällen können die Kühe auf natürlichem Wege keine Kälber gebären und benötigen einen Kaiserschnitt. In einigen Ländern ist die Haltung dieser Rasse verboten.

In dem interessanten Youtube Video das übrigens schon über 9 Millionen mal angesehen wurde bekommt man einen Eindruck welche Auswüchse die natürliche Selektion in der Rinderzucht haben kann. In Belgien gibt es übrigens 1,5 Millionen Weißblaue. Durch das schnelle Wachstum kommt es zu weniger Marmorierung daher oft Fleisch mit weniger Geschmack und weniger Saftigkeit. Das Doppellender – Gen tritt hauptsächlich bei den Rassen Angus und Limousin auf. 2,8 % der Limousinbullen in Frankreich sind Träger. 36 % der Angusbullen aus Dänemark. Na, dann Malzeit!!

Das einzig positive des Gendefektes „Doppellender“ sind 20 – 25% mehr Schlachtausbeute dem stehen aber eine Reihe von negativen Auswirkungen gegenüber:  

Schwergeburten durch höhere Geburtsgewichte, längere Trächtigkeitsdauer, breiterer Körperbau des Kalbs, engerer und kürzerer Geburtskanal wenn die Kuh auch Doppellender-Träger ist.  

Lebensfähigkeit, Vitalität und Tränkeverhalten der Kälber sind zum Teil deutlich herabgesetzt. Diese werden durch die häufiger auftretenden Herzmissbildungen, Myopathien (Muskelleiden), Macroglossi (zu große Zunge), Missbildungen im Körperbau (Kieferverkürzungen, Wirbelsäule, Fundamente…) und die Anfälligkeit für Lungenkrankheiten verursacht.  

Spätreifere Tiere sowohl was Schlachtzeitpunkt als auch die Fruchtbarkeit angeht  

Schlechtere Fruchtbarkeit (spätere Entwicklung der Geschlechtsorgane, diese sind in der Regel weniger entwickelt), einige extreme Tiere können sich nicht mehr natürlich fortpflanzen.  

Weniger Milchleistung die das Absetzgewicht der Jungtiere in hohem Maß beeinflusst. In vielen Betrieben in Belgien werden die Jungtiere nicht mehr in der Mutterkuhhaltung genutzt sondern im Eimer getränkt.  

Durch das knappere Grundfutteraufnahmevermögen, die limitierte Eigenschaft Fettreserven zu bilden und durch den sehr feinen Knochenbau (Mineralstoffreserven) sind die Tiere nur sehr begrenzt in der Lage Futterunterversorgung ohne deutliche Leistungseinbrüche zu überstehen.
Kompensatorisches Wachstum ist auch nicht in dem Maß möglich wie bei „normalen“ Tieren. Somit sind sie für extensive Haltungen oder unter extremen klimatischen Bedingungen nur sehr begrenzt geeignet.  

Aber was hat das alles mit dem Hochlandrind zu tun?

Ich hoffe nichts. In Österreich gibt es keinen Verdacht auf Doppellender beim Hochlandrind dies wurde vom Geschäftsführer der Arge-Fleischrinder Herrn Di Pirker bestätigt. Es wäre eine Katastrophe würde mit solchen Gendefekten wissentlich in der österreichischen Hochlandrinderzucht gearbeitet werden.

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