Gedanken zum Schauwesen

Hochlandrinderschauen, ein sehr breites Diskussionsfeld.   Haben Schauen einen Sinn oder sind sie überflüssig? Dienen Schauen dazu um konkret beurteilen zu können in wie weit die Tiere den Zuchtrichtlinien entsprechen? Erfolgt „immer“ eine größtmögliche objektive Beurteilung? Sind die Schaugegner nur nicht in der Lage ihre Tiere im Ring vorzuführen? Oder haben sie vielleicht gar keine geeigneten Tiere?   Viele Fragen und keiner ist in der Lage sie zu beantworten.

Da ich das Zuchtgeschehen in Österreich und benachbarten Ausland jetzt über Jahre hinweg doch sehr genau beobachtet habe, werde ich nun versuchen, diese auf den Nägeln brennenden Fragen zu beantworten.
Meiner Meinung nach sollten Schauen stattfinden um die Tiere der breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Auch sollten sie Aussagekraft besitzen, um jedem Züchter klar erkennen zu lassen, inwiefern sein Tier dem Zuchtstandart entspricht. Falsch ist es, so denke ich, was derzeit in Österreich dargeboten wird. Bundesschauen, Arge Bundesschauen oder auch Jungtierchampionate sollten nicht getrennt von einander, in verschiedenen Bundesländern, zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt werden. Eine gemeinsame Ausstellung, Schau und Bewertung aller Altersklassen, in einzelnen Untergruppen, wäre definitiv besser besucht und somit Aussagekräftiger. Allem Anschein nach wollen in Österreich leider einige nicht miteinander arbeiten sondern ihr eigenes Süppchen kochen. Dies bringt zwar den Vorteil, dass jeder Verband, Institution oder Verein „seinen“ objektiven Richter bestellen kann, und somit auch das „objektive Zuchtziel“ schon kennt. Aber ist das der Sinn einer Schau? Die Richter sind in ihren Bemühungen einer gerechten Bewertung sehr konzentriert, verfallen aber als Einzelrichter vielfach ihren subjektiven Beurteilungskriterien und die Schau wird auch öfters zur“ Show“. Für einen aufmerksamen Züchter und Besucher ist die Beurteilung durch den Richter manchmal schwer nachzuvollziehen. Es ist keine Linie erkennbar und ein Neueinsteiger wird sich fragen, welches Tier nun das ultimative Zuchtrind ist. In der Fleckviehzucht ist das um vieles einfacher. Da wird ein Tier nach Leistung, Abstammung und alsdann nach dem Gesamtbild bewertet.

Gedanken zum Schauwesen von Rosa Penz

Rosa und Johann Penz stellten Ihren Betrieb , vormals ein reiner Milchwirtschaftsbetrieb, 1992 auf Hochlandrinderzucht um und können auf 15 Jahre Zuchterfahrung zurückblicken.
www.Knausserwald-Penz.at

 

Gedanken zum Schauwesen von Rosa Penz

leere Zuschauerbänke

Alle Zweifel und Kritiken an einer Richterleistung könnten mit einem Richterkollegium verhindert werden. Es könnte aus drei Richtern bestehen, und mit dieser Vorgangsweise, wie es auch früher schon bei der Bewertung der Milchkühen erfolgte, bestmöglich Objektiv gerichtet werden. Zugegeben ist diese Beurteilung aufwändiger und kostenintensiver aber am ehesten Objektiv. Die Eitelkeiten der Richter als alleiniger Herrscher im Ring ist dadurch bestimmt angegriffen, aber es geht um die Beurteilung von Tieren im Ring und dies sollte eigentlich einen hohen Stellenwert in der jetzigen Zeit, wo es immer wichtiger wird gute Tiere zu züchten, haben.
Es gab auch schon einige Schauen, die der Zucht durch nicht nachvollziehbare Richterleistungen mehr geschadet haben als sie nutzen brachten. Denken sie ans Publikum welches sich seine eigene Meinung dazu bildet und keine Schau mehr besucht. Oder auch an motivierte Jungzüchter die sogar deswegen an keiner Schau teilnehmen.  

Wenn alle um den Zuchtfortschritt in Österreich bemüht sind und ihre persönlichen Vorteil in den Hintergrund stellen, haben Schauen durchaus Sinn und es werden dem entsprechen viele Züchter mit dem entsprechend vielen Tieren, aus Überzeugung an Schauen teilnehmen. Wenn jemand als Schaugegner auftritt, haben seine Argumente nur Gewicht, wenn er selbst in der Lage wäre mit halfterführigen Tieren in den Ring zu gehen. Ist dies nicht der Fall, sind die Beweggründe seiner negativen Haltung leicht zu durchschauen und die Argumente als wenig aussagekräftig einzustufen.
Den Tieren schadet es mit Sicherheit nicht, denn jedes Tier welches auf einer Schau schon einem kontrollierten Stress ausgesetzt war ist für immer umgänglicher, weniger schreckhaft und behält auch sonst in den meisten Situationen Ruhe. #

Dies sind meine persönlichen Eindrücke und Feststellungen, jeder kann, soll und darf sich dazu selber seine Gedanken machen!  

Wort und Bild: Rosa Penz
Hochlandrinderhof Johann und Rosa Penz
www.Knausserwald-penz.at

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