Gesundes Rindfleisch aus Amerika?

Die natürliche Form der Rindfleischproduktion in Nordamerika und Australien wie wir Sie aus alten Cowboyfilmen kennen musste heute vielfach industriellen Produktionsmethoden weichen.

Wie sieht es heute mit der Cowboy-Romantik aus?

Die Absetzer werden von ihren Müttern getrennt und in Cattle Feedlots gemästet. Feedlots sind riesige, voll mechanisierte Freiluftgehege mit bis zu 50.000 Mastplätzen. Hunderte solcher Anlagen gibt es heute zum Beispiel im Norden von Texas von wo auch diese Fotos übermittelt wurden. Gefüttert wird eine Mischsilage aus Gras, Mais, Sorghum, Getreide, Soja, Zuckerrübenabfällen, Baumwollsamenmehl, Mineralstoffen und Abfall der Lebensmittelindustrie dazu gibt’s jede Menge Wachstumshormone ( Steroide, Sexualhormone). Das Futter wird vorgewärmt verabreicht, damit die Tiere möglichst wenig Kalorien für ihre Körperfunktionen verbrauchen. Bei genormten Tageszunahmen von 1,50 kg legen die Tiere in vier Monaten 180 kg an Gewicht zu. Wegen der bei dieser hohen Besatzdichte akuten Seuchengefahr werden Antibiotika in erheblichen Mengen verabreicht. Mit dem Einsatz von synthetischen Wachstumshormonen steigert man heute in den USA das Produktionsvolumen um 25 %. Die Fleischindustrie geht sogar so weit, den Hormoneinsatz als Werbeargument zu verwenden. Nur das mit Hilfe von Wachstumshormonen erzeugt Fleisch kann wirklich zart sein – so wird behauptet. Dabei handelt es sich zum Teil um Hormone, die in der EU wegen potenzieller Gesundheitsgefährdung für den Menschen seit Jahren verboten sind.  

 

    Gesundes Rindfleisch aus Amerika1       Gesundes Rindfleisch aus Amerika

Feedlot im Weinviertel?

Die Feedlots sind umweltbelastend und in vielen Gebieten an behördliche Bewilligungen gebunden. Während die Produktionskosten für Rindfleisch in den wichtigsten Produktionsländern der EU 2006 bei € 4,– pro kg Schlachtgewicht lagen, betrugen diese in den Feedlots der USA nur € 2,40 und in den Weidesystemen Südamerikas € 1,20 pro kg Schlachtgewicht. Trotz der industriellen Produktionsmethoden hat sich in den USA eine eigene Rindfleischkultur entwickelt oder erhalten. Es gibt dort Steakhäuser mit Reife-kammern aus Glas, in denen der Gast die Reifung des Fleisches beobachten kann.

Diese Agrarfabriken haben aber mit extensiver, ökologischer Landwirtschaft und der Erzeugung gesunder Lebensmittel nichts mehr zu tun. Die bäuerlich geprägte Landwirtschaft Europas und der Biolandbau bieten dazu, allerdings zu höheren Produktionskosten, ein positives Kontrastprogramm. In Deutschland wurden z. B. 2006 für Öko-Rindfleisch Produktionskosten von € 6,– pro kg Schlachtgewicht ermittelt.  

Wenn die Konsumenten unsere Bauern nicht durch den Kauf heimischer Produkte unterstützen könnte es durchaus dazu kommen, dass wir auf ungesunde Nahrungsmittel aus Agrarfabriken zurückgreifen müssen. Darum ist die Förderung unserer kleinstrukturierten bäuerlichen Landwirtschaft enorm wichtig und notwendig.

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