Jungwölfe in Österreich – Frohbotschaft oder Schreckensnachricht?

Der Wolf erobert Europa wieder, nachdem die Wolfbestände Mitte des 20. Jahrhunderts am niedrigsten waren. In Deutschland gibt es mindestens 35 Rudel und ca. 300 Wölfe, in der Schweiz sind derzeit 27 genetisch unterschiedliche Wölfe nachgewiesen, man geht aber von ca. 40 Tieren und zusätzlich den Welpen des heurigen Jahres aus. Im letzten Jahrhundert gab es in Österreich nur einzelne Durchzügler. Jetzt kam es erstmals wieder zu einer Ansiedlung und Vermehrung von Wölfen. Eine Frohbotschaft für die Stadtbevölkerung und die Naturschutzorganisationen; eine Schreckensnachricht für viele Bauern, besonders für jene die eine naturnahe extensive Viehhaltung betreiben. Eine Besorgnis erregende Nachricht auch für die ländliche Bevölkerung in den Wolfsgebieten. In Deutschland und der Schweiz nehmen in den letzten Jahren die problematischen Wolfsbegegnungen deutlich zu!

Es ist bekannt, dass die zurückkehrenden Wölfe Millionen € kosten, von über 160.00 € pro Wolf und Jahr in der Schweiz ist die Rede. Dabei geht es weniger um die Schadensabgeltung, Nutztiere haben derzeit ohnehin kaum einen Wert, sondern vor allem um die Aufklärung und Schadensvermeidung. Zu befürchten ist, dass die Wölfe rasch mehr werden und die Bauern die notwendigen Mehraufwendungen und Nachteile nicht wirklich abgegolten bekommen. Ist ja nichts Neues, das Bauernsterben wird wieder beschleunigt.

Dipl.-Ing. Dr. Stefan Fellinger, Wildökologe und Bauer in Sandl O.Ö.

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