Stroh als Rohfaserlieferant – Manchmal siegt doch die Vernunft!

In der ÖPUL-Maßnahme „Biologische Wirtschaftsweise“ bestand bislang gemäß Punkt 2.1.3. -10 die Vorschrift, bei Silagefütterung Raufutterverzehrern zusätzlich ausreichend Heu anzubieten. Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, daß zu rohfaserarmer Silage ein rohfaserreiches Futter als Ergänzung zu verabreichen ist. Allerdings sollte man bezüglich des Silagematerials differenzieren. Es besteht beim zusätzlichen Rohfaserbedarf ein großer Unterschied, ob z. B. Grassilage (1. Schnitt bzw. 2. Schnitt) oder Maissilage gefüttert wird.  

Wie auch immer, als Rohfaserlieferanten kommen Heu und Stroh in betracht. Die Zufütterung von Stroh, die speziell in der extensiven Rinderhaltung eine altbewährte Praxis darstellt, war aber bisher gemäß ÖPUL-Richtlinie für Bio-Betriebe nicht erlaubt. Als ich vor eineinhalb Jahren die AMA um eine fachliche Begründung für diese Regelung bat, lautete die Antwort: „Weil es in den Vorschriften so vorgesehen ist“. Punktum!   Also bat ich das Landwirtschaftsministerium um eine fachliche Begründung für den Ausschluß der Strohzufütterung. Kürzlich erhielt ich vom BMLFUW (Abt. II 8, Ministerialrat DI. Thomas Rech) die erfreuliche Mitteilung, daß „bei Silagefütterung auf Bio-Betrieben einwandfreies Stroh als Heuersatz akzeptiert wird“. Die AMA wurde lt. Ministerium hievon bereits in Kenntnis gesetzt.  

Diese Neuregelung möchte ich hiermit allen ARGE-Mitgliedern zur Kenntnis bringen.

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