Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen….

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen, meint Manfred Wehr Hochlandrinderbauer aus dem Hunsrück (Deutschland). Er verarbeitet sie zu Oster-Schinken und Faschiertem (Hackbraten). Gustostückerln wie Beefsteak und Roastbeef werden als Biofrischfleisch verkauft. Er kennt die Vorlieben seiner Kunden, über die er sogar eine eigene Kartei führt.

 

Angefangen hat alles Ende der siebziger Jahre mit einer Wohngemeinschaft auf dem Lande. Als Verwalter der Burg Schöneck standen ihm anfangs 16 ha zur Verfügung. Mit zwei Rotbunten zum Üben startete die Rinderhaltung. Aber nachdem aus Burg Schöneck kein Bauernhof werden sollte, suchte man nach einer robusten Rinderrasse, die man das ganze Jahr draußen lassen konnte, und die keine zu großen Ansprüche an die Unterbringung stellt. 1986 wurden die ersten Highlander erworben, die damals noch nicht so teuer waren wie Anfang der neunziger Jahre, als der große Boom losbrach.

 

Manfred Wehr hatte Glück. Es gelang ihm große, zusammenhängende Flächen zu pachten, teilweise tauschte er mit den ansässigen Bauern, um arrondierte Standweiden zu schaffen. Heute hat sein Betrieb 92 ha. Zu Spitzenzeiten waren schon mal 40 Mutterkühe mit insgesamt 120 Highlander am Schöneck Hof. Seit 1992 ist Manfred Wehr im Vollerwerb tätig. Jedes Jahr werden ungefähr 35 Stück geschlachtet und selbst vermarktet. Herr Wehr setzt hier auf Konsumentenservice, so wird das Rindfleisch oft auch direkt nach Hause geliefert. Einmal im Jahr stellt er sogar nach Norddeutschland, in seine alte Heimat, zu.

 

Wenn man mit einer großen Herde arbeitet und Geld verdienen will, ist es besser möglichst wenig Verpflichtungen zu haben. Impfen, wiegen, messen und Blut abnehmen ist bei so vielen Rindern naturgemäß harte Arbeit, meint Wehr.
Auf Schöneck werden die Rinder in 3 Herden gehalten. Mutterkühe mit Nachzucht und Zuchtstier, Schlachtstiere, und die Koppel mit den Kalbinnen. Die Mädchen Gruppe ist die kleinste, da er in den letzten Jahren bei den Abkalbungen interessanter Weise 85% Bullen bekommen hat. Dies ist ihm nur recht, denn der Zuchtierverkauf ist bei Herrn Wehr nur Nebensache, obwohl er mit dem Nachwuchs seines Zuchtstieres Jock 6.von Hommersum sehr zufrieden ist. Er ist kein besonderer Freund von Ausstellungen und Schauen und kritisiert, dass seiner Meinung nach auf Ausstellungen zu wenig Tiere verkauft werden. Der bei Ludwigshafen abgehaltene Outdoor Contest zeigt sehr gut was wirklich in einer Schauherde steckt, wenn die Föhnwelle weg ist. Er meint auch, dass die übertriebene Jagd mancher nach immer höheren Tageszunahmen nichts bringe, und das es für manche Züchter besser wäre, aus den vielen verschiedenen Rinderassen die es heute in Deutschland gibt eine andere zu wählen.

 

Seine Stiere bringen 270 bis 290kg Schlachtkörper und werden zu Rinderachteln und Hälften zu 11,50€/kg verkauft. Die Schlachtung erfolgt in einem für Rheinland-Pfalz typischen Dorfgemeinschaftshaus das neben einer Backstube einer Gemeinschaftsgefriertruhe auch über eine Metzgerei verfügt. In dem dortigen Kühlraum bleiben die Schlachtkörper 17 Tage hängen danach erfolgt das vakuumieren, und etikettieren. Die Abholung durch den Konsumenten bzw. die Zustellung erfolgt hauptsächlich aus dem Raum Koblenz und Umgebung. Obwohl er manche seiner Kunden schon seit 15 Jahren betreut, setzt Manfred Wehr stark aufs Internet und sagt, dass er bis zu 90% seiner Neukunden heute über seine neue Homepage akquiriert.

 

Manfred Wehr

Herdenname: von Schöneck
Schloß Schöneck
56154 Boppard Windhausen
Internet: www.highlandcattle-hunsrueck.de

 

Etwas nördlich von Bonn im bergischen Land hat Familie Piel ihren Hof. Mit der ersten tragenden Kuh und einem Stier wurde als Gemeinschaftsprojekt zwischen dem damals erst 16 jährigen Andreas und seinen Eltern 1988 begonnen. Die Piels sind echte Highlander Fans – das merkt man sofort wenn man das dreihundert Jahre alte Fachwerkhaus in der kleinen Ortschaft Bellinghausen betritt. Kaum ein Platz an der Wand an der kein Hochlandrinderbild hängt. Beim Diskutieren über verschiedene Blutlinien kommt man ins schwärmen und erinnert sich gerne an die ersten nach Deutschland importierten Tiere von schottischen Betrieben wie Glengorm, Achnacloich, Auchnacraig und Douneside. Andreas Piel, der hauptberuflich in der Unternehmensberatung arbeitet, war immer schon vom Ursprungsland der Highlander fasziniert und fand dort seine zweite Heimat.

 

Durch die Bekanntschaft mit der Züchterfamilie Braun vom berühmten Craigowmill Fold gelang es Andreas schon 1991 seine ersten 6 Wochen Praktikum auf Craigowmill abzuhalten. Seit damals verbrachte er annähernd jeden Sommer in Schottland und arbeitete mit Highlandern. Zuletzt verbrachte er sogar 2 ½ Jahre als Verwalter auf Craigowmill. Dieser lange Aufenthalt in Schottland hat seine Spuren hinterlassen. Andreas Piel ist heute ein Fachmann zum Thema Highland – Cattle wie es in Deutschland und Österreich kaum einen Zweiten gibt. Er wurde sogar von der schottischen Highland Cattle Society als Richter anerkannt und hat große Schauen in Schottland und England gerichtet. Nun hat er nach seiner Rückkehr begonnen, seine Herde wieder aufzubauen. Den Herdennamen „vom Burghaus“ wird man in Zukunft sicher wieder öfter hören.

 

Friedel u. Andreas Piel
Herdenname: vom Burghaus
Bellinghausen 9
51399 Burscheid
Internet: www.highlandcattle-piel.de

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

Auch bei großen Herden kann man eine Beziehung zu seinen Tieren aufbauen…

 

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

Reklame neben der Bundesstraße – kein Nachbar kann mehr sagen:“ ich wusste nicht das du Rindfleisch verkaufst“

 

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

Der Alte Ist Jock 6.von Hommersum der Neue wird Pythagoras vom Wotanstein, Klassensieger der letzten Bundesschau beim Martinsmarkt in Meschede wo er kürzlich ersteigert wurde.

 

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

 

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

 

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

 

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Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

Die Piels züchten sehr schöne typvolle Highlander. Die Kuh im Vordergrund hat ihr Horn vor Jahren in einem Selbstfangfressgitter verloren.

 

Schlachtkühe können genau so viel Geld bringen wie junge Bullen

Briska vom Burghaus

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