Wolf zieht Blutspur quer durch Salzburg

 

Die Wolfsattacken im Salzburger Pongau reißen nicht ab. Die Tiere werden auf den Almen gehetzt bis sie ermüden, dies geschieht beim Rind relativ rasch. Dann greift der Wolf zu, die restliche Herde flüchtet panikartig in Gebirgsgräben oder stürzt steile Felswände hinab, wo sie dann verenden. Muttertiere erleiden Aborte.

Bereits im Juli 2019 wurde ein Antrag auf „Entnahme“ bei der zuständigen Behörde gestellt. Bis dato, (Mai 2020) ist noch kein Bescheid ergangen. Wir werden sehen, wie lange es noch dauert, bis die Behörde endlich eine Entscheidung trifft. Der Wolf lacht sich derweil ins Fäustchen und mordet ungehindert weiter.

So, nun, Ende Juni 2020, ist es so weit. Die Bezirkshauptmannschaft St. Johann hat nach fast einem Jahr den betreffenden Bescheid erlassen. Die BH  kommt zu dem Schluss, dass der Erhaltungszustand des Wolfes in der betreffenden Region durch einen Abschuss nicht weiter verschlechtert wird. Das heißt, dass der Problemwolf „Entnommen“ werden darf. 

Gegen den Bescheid der BH St. Johann haben Naturschutzbund und WWF sofort Einspruch angekündigt.

Ein Problemwolf wird  folgendermaßen definiert: Es muss ein einzelner Wolf sein, der 25 Nutztiere innerhalb eines Monats trotz zumutbarer Schutzmaßnahmen oder in nicht schützbaren Bereichen tötet oder verletzt. Daraus könne man ableiten, dass es sich um ein Tier handelt, das sich auf Töten von Nutztieren spezialisiert hat.
So steht es im Wolfs-Managementplan.

Bleiben 2 Fragen offen. Wo ist dieser Wolf jetzt nach einem Jahr, hat er im Pongau, so wie wir, gewartet auf die Entscheidung der Behörde? Und – muss dieser Wolf vor dem Abschuss zum DNA-Test gebeten werden?  Es darf explizit nur dieses betreffende Tier entnommen werden.

                    2020

23.04.2020 Eben im Pongau: 1 gerissenes Reh
                                 DNA-Analyse bestätigt Wolfsriss

 

 

2019

12.11.2019  Bischofshofen: 3 tote Lämmer
                                 DNA-Analyse bestätigt Wolfsriss

22.10.2019  Lend/Embach: 4 tote Steinschafe, 17 Schafe vermisst

                                 DNA-Probe entnommen Analyse bestätigt Wolfsriss

17.09.2019 Großarl: 1 tote Kalbin

                                  DNA-Probe entnommen Wolfsriss bestätigt

07.09.2019 Bad Hofgastein: 1 tote Kalbin

                                  DNA-Analyse bestätigt Wolf als Täter

03.09.2019 Großarl: 1 totes Kalb

                                  DNA-Analyse bestätigt Wolf als Täter

13.07.2019 Großarl: 38 Schafe, davon 24 tot, 4 verletzt und 10 vermisst

                                  DNA – Analyse bestätigt Wolf als Täter

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2018

Tatort 1:

29.04.2018 Pfarrwerfen 1 toter Widder, 1 schrecklich zugerichtetes Schaf

                       DNA Proben entnommen DNA Analyse bestätigt Wolf als Täter

Tatort 2:

01.05.2018 Werfen-Tenneck, 4 tote Schafe, 2 verletzte Widder

                      DNA Proben entnommen DNA Analyse bestätigt Wolf als Täter

Tatort 3:

03.05.2018 Leogang Ullach 1 totes Schaf, 8 weitere Tiere abgängig

                      DNA Abnahme  nicht möglich

Tatort 4:

11.05.2018 St. Johann Einöden,  2 tote Ziegen, weitere Tiere verletzt

                      DNA Proben entnommen  DNA Analyse bestätigt Wolf als Täter

Tatort 5:

11.05.2018 Bischofshofen-Mitterberghütten, 1 totes Schaf

                      DNA Entnahme nicht möglich

Tatort 6:

12.05.2018 St. Johann-Urreiting, 2 tote Schafe

                      DNA Proben entnommen  DNA Analyse bestätigt Wolf als Täter

Tatort 7:

13.05.2018 Faistenau Hamoosau, 1 totes Schaf

                      DNA Proben entnommen lt. DNA Analyse kein Wolf

Tatort 8:

13.05.2018 Hüttau Iglsbach, 5 tote Schafe, 1 abgängiges Lamm, 1 verletztes Tier

                      DNA Proben entnommen  DNA Analyse bestätigt Wolf als Täter

Tatort 9:

14.05.2018 Eben im Pongau, 3 tote Lämmer, 4 verletzte Schafe

                      DNA Proben entnommen  DNA Analyse bestätigt Wolf als Täter

Tatort 10:

06.06.2018 Großarl, 1 toter Widder

                      DNA Probe entnommen

 

Diese Seite wird aktualisiert sobald weitere DNA Ergebnisse da sind!

 

Die Schafherde war auf einer Wiese oberhalb des Hofes eingezäunt

 

Bericht: Theresia Pirchner, Fotos ORF

 

Kalbin in Großarl

Kalbin in Bad Hofgastein

Kalb in Großarl

Schafe in Hüttau

Widder in Pfarrwerfen

          Ziegen in St. Johann


            Schaf in Pfarrwerfen

 

 

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